05. Februar 2012
Kontakt:
Stiftung Denkmalschutz Berlin
Schoeler Schlösschen
Wilhelmsaue 126
10715 Berlin

Tel.: 030 / 42016780
Fax: 030 / 42016782

email: info@stiftung-denkmalschutz-berlin.de

Schäden - Aufgaben und Massnahmen

Die Hessenwinkler Waldkapelle hatte in ihrer originalen Gestalt den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Erst nach 1945 kam es zu Veränderungen im Inneren, bei denen der Altar beseitigt und die Ausmalungen an der Stirnwand überstrichen wurden. Verluste gab es auch bei der Verglasung.

Eine erste umfassende Restaurierung 1994, die durch Mittel der Wolfgang-Langguth-Stiftung ermöglicht wurde, sicherte vorrangig den baulichen Bestand des Baudenkmals, die Stiftung Denkmalschutz Berlin sanierte 2002 die hölzernen Bauteile, die inzwischen einen erheblichen Schädlingsbefall aufwiesen.

Im Anschluß an die von der Stiftung Denkmalschutz Berlin getragenen Maßnahmen der Substanzsicherung kam es im Verlauf des Jahres 2003 dank der Tätigkeit des Freundeskreises der Waldkapelle zur Fortsetzung der Arbeiten, wobei die Stiftung den Freundeskreis begleitete.

Der schon seit einigen Jahren bestehende Freundeskreis der Waldkapelle hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Erhaltungszustand des Baudenkmals zu beobachten, kleinere Maßnahmen selber auszuführen und für größere Instandsetzungen und Restaurierungen des Bauwerkes nicht nur den Anstoß zu geben, sondern auch über das Einsammeln allerdings nur bescheidener Spenden den Beginn solcher Maßnahmen zu ermöglichen.

Ausserdem betreut der Freundeskreis die Waldkapelle, indem er sie an Wochenenden in den Sommermonaten offen hält und kulturelle Veranstaltungen in der Kapelle organisiert und auch selber durchführt.

Den Aktivitäten des Freundeskreises ist es inzwischen zu verdanken, dass es zusammen mit der Handwerkskammer Berlin und der Berliner Fensterbaufirma Timm zu einer Widerherstellund der Chorausmalung und einem Neubau des Altares gekommen ist. Die BEWAG wird ein automatisches Läutewerk für die beiden kleinen Glocken stiften.

Nach den Absaug- und Reinigungsarbeiten erfolgte eine Teileinhausung der Traufe der Dachkonstruktion, um einem schnellen Austreten des Gases entgegenzuwirken. Dabei wurde die Dachhaut von der Traufe bis zum anschließenden Tonnenschalungsbereich abgedichtet.

Im Inneren erfolgte eine Abdichtung der Oberseite der Deckenschalung. Zur Aufwirbelung des Gases wurde innerhalb des Kirchenraumes ein Luftumwälzer installiert, der das Gas nach Absinken auf den Fußboden wieder aufwirbelte und in den oberen Bereich des Innenraumes beförderte.

Während der Begasungszeit erfolgte eine kontinuierliche Überwachung der Gaskonzentration durch ein spezielles Meßgerät, welches außerhalb der Kapelle installiert war. Zur Erhöhung der Lufttemperatur des Kircheninnenraumes wurde die Elektroheizung in Betrieb gesetzt, um ca. 18-19° C Innentemperatur zu erhalten. Bei dieser Temperatur wirkt das Gas wesentlich besser, da der Kreislauf der im Holz befindlichen Larven wesentlich mobiler ist als bei geringen Temperaturen.

Nach 72 Stunden Begasungszeit erfolgte eine Belüftung des Kircheninnenraumes. Nach weiteren 24 Stunden erfolgte eine Überprüfung von Restgasmengen in der Kirche. Dabei wurde festgestellt, daß das Gas vollständig absorbiert bzw. aus dem Kirchenraum entwichen war.

Ein Fortbildungskursus zum "Restaurator im Handwerk" ergab die Möglichkeit, in der Chornische nach den im Jahre 1967 überstrichenen Ausmalungen zu suchen, sie in den noch vorhandenen Teilbeständen freizulegen und vorsichtig zu retuschieren. Im gleichen Zeitraum wurde in der Lehrlingswerkstatt der Firma Timm der Altar nachgebaut und in der Kapelle wieder aufgestellt.



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