Die Geschichte der Waldkapelle Hessenwinkel
Mit Bauschein No 30/1909 genehmigte der Amtsvorsteher des Amtes Coepenick Forst am 7. September 1909 den Entwurf des kleinen Bauwerks, den die Charlottenburger Architekten Jürgensen & Bachmann gefertigt hatten. Der Entwurf wurde ohne Veränderung bis 1910 ausgeführt. Die Weihe der Kapelle geschah am 22. Mai 1910.
1913 schrieb Walter Curt Behrendt in der Zeitschrift "Der Profanbau": "... sie haben ein paar Gotteshäuser hingestellt, die, wie ... die Kapelle in Hessenwinkel bei Berlin, zum Besten gehören, was der moderne Kirchenbau aufzuweisen hat. ...
Es stehen diese Kirchen nun da, wie gewachsen auf dem Boden einer natürlichen Bautradition, und dieser erfreuliche Eindruck echter Bodenständigkeit wird verstärkt noch durch den leisen, doch niemals absichtlich gesuchten Anklang an die Motive und die Materialien der lokalen Baugewohnheiten."
Und bereits 1911 hatte Behrendt in "Der Baumeister" die Waldkapelle folgendermaßen charakterisiert: "Mit ihren roten Backsteinflächen und ihrem schlichten schwarzen Pfannendach, in das die schlanken Kirchenfenster einschneiden, steht sie am Rand eines hohen märkischen Kiefernwaldes, ein echtes Dokument heimischer Bauweise, die gefühlt, nicht gelehrt sein muss.
In der Stimmung erinnert sie an die einfachen, ernsten Dorfkirchen, wie man sie zuweilen an kleinen, bahnfernen Orten der Mark noch findet und etwas von der echten Tradition jener Bauleute, die sie geschaffen haben, steckt auch in den Architekten der Hessenwinkler Waldkirche.
Ihre handwerkliche Weisheit findet sich darin wieder und ihr ursprüngliches Gefühl für die Grundelemente architektonischer Wirkungen, für die Klarheit der Proportionen."
