05. Februar 2012
Kontakt:
Stiftung Denkmalschutz Berlin
Schoeler Schlösschen
Wilhelmsaue 126
10715 Berlin

Tel.: 030 / 42016780
Fax: 030 / 42016782

email: info@stiftung-denkmalschutz-berlin.de

Das Schoeler-Schlösschen

Die Geschichte

Das im Jahr 1765 errichtete Haus des Berliner Fabrikanten Cornelius Adrian Hesse zählt zu den wenigen in Berlin noch erhaltenen, bürgerlichen Landhäusern des 18. Jahrhunderts. Das barocke Kleinod dokumentiert das Leben vor den Toren Berlins ebenso wie die großbürgerliche Lebenskultur im Wilmersdorf des 18. und 19. Jahrhunderts. Seit 1958 steht das Schoeler-Schlösschen unter Denkmalschutz. Nur ein weiteres Beispiel dieser Epoche ist erhalten, die 1770 errichtete Villa Hildebrand in Berlin-Pankow.

Für Berlin, dessen Erscheinungsbild durch den Bauboom der Gründerzeit und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt ist, ist die Erhaltung der wenigen älteren Baudenkmäler und Zeugnisse eine große Bereicherung und wichtige Aufgabe.
Der barocke Ursprung des Schoeler-Schlösschens erschließt sich angesichts seiner äußeren Erscheinung und seiner verbauten Proportionen jedoch erst auf den zweiten Blick. Dennoch sind viele barocke Fenster und Türen sowie eine Wendeltreppe erstaunlich gut erhalten und besonders wertvoll.

Der Urbau des Schoeler-Schlösschens geht auf das Jahr 1765 und den damaligen Besitzer, den Berliner Kaufmann Cornelius Adrian Hesse (?- um 1781), zurück. Er ließ es im damals noch dörflichen Wilmersdorf als zweigeschossiges Haus mit breitem Mansarddach erbauen. Benannt ist das Bauwerk aber nach seinem letzten Besitzer und privaten Nutzer: Heinrich Schoeler (1844-1918), Professor an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität und ab 1874 Besitzer einer florierenden Augenklinik. 1929 übernahm der Bezirk Wilmersdorf das Anwesen, der 1931 den Privatgarten zu einem öffentlichen Park umgestalten ließ.

Ab 1930 in der Obhut des bezirklichen Jugendamtes, bestimmte die nunmehr öffentliche Nutzung die heutige Gestalt des Gebäudes. In den 1930er Jahren brachten die Einrichtung einer Bibliothek und einer Heimatstube, der Räume der „Wilmersdorfer Wochenschau“ und schließlich der Umbau zu einem Heim für die Hitlerjugend ab dem Jahr 1936 regen einen Besucherverkehr mit sich.
Die baulichen Veränderungen der 1930er Jahren überformten das Erscheinungsbild und die Proportionen des Baus stark. Zwar bemühte man sich um die Erhaltung des barocken Erscheinungsbildes, um die Beibehaltung der Geschoßhierarchie sowie des Fassadenschmuckes, so z.B. den Muschelornamenten an den Fenstern der Straßenfassade. Dennoch diktierten die „Notwendigkeiten“ der Umnutzung eine Aufstockung des Gebäudes mit einem weiteren Geschoss, die Neuaufteilung des inneren Raumgefüges sowie den Einbau einer weiteren Treppe im sachlichen Stil der Zeit.

Nach 1945 wurde das Schoeler-Schlösschen mit einem flachen Notdach versehen und bis zu einem Küchenbrand im Jahr 2003 als Kindertagesstätte genutzt. Die Umbauten der jüngeren Vergangenheit sollen im Zuge der Restaurierung durch die Stiftung Denkmalschutz Berlin weitgehend auf den barocken Bestand zurückgebaut und das zusätzliche Stockwerk der 1930er Jahre abgetragen werden. Das Gebäude erhält die ursprünglich barocke Dachform zurück. Die wechselhafte Geschichte des Bauwerkes wird nach der Restaurierung in einer Dauerausstellung präsent und erfahrbar sein.



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