Schäden - Die dreißiger Jahre und ihre Folgen
Das Charlottenburger Tor behielt Albert Speer in seinen Planungen zur so genannten "Westachse" der "Welthauptstadt Germania" bei.
Als Folge des erheblich angewachsenen Automobilverkehrs war zudem 1937-38 auch ein neuer Straßenquerschnitt erforderlich geworden. Die Torflügel und Kandelaber wurden abgetragen und dem verbreiterten Querschnitt der Verkehrstrasse angepasst wieder aufgebaut. In neuer Konstruktion und neuer Gestalt entstand lediglich die Brücke über den Landwehrkanal.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden Brücke und Tor zu einem der dramatischen Schauplätze der Eroberung Berlins, als die Rote Armee vom Charlottenburger Schlosspark aus gegen das Berliner Stadtzentrum vordrang und dabei die Brücke über den Landwehrkanal überqueren musste. Zwischen den Torpfeiler und den beiden Kandelabern waren Panzersperren errichtet worden und so hinterließ der Kampf um die Brücke auf der Charlottenburger Seite des Tores schwere Schäden. Sie wurden nach provisorischen Instandsetzungsarbeiten nach Kriegsende erst um 1970 notdürftig beseitigt.
Die steinernen Kandelaber mussten nach Kriegsende aufgrund der starken Zerstörung ersatzlos abgetragen werden.
Bei der erneuten Restaurierung der Torflügel im Jahr 1987, anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins, wurde nach dem damaligen Stand der Technik auch der weiche Tuffstein hydrophobiert. Diese Maßnahme sollte die Wasseraufnahmefähigkeit des Steins herabsetzen, sie erwies sich hingegen als ungeahnte Schadensquelle.